Was ist Conscious Parenting?

Was ist Conscious Parenting?

Es ist dir wichtig, dass du auf die echten Bedürfnisse deines Kindes eingehst und dass du dein Kind mit viel Achtsamkeit und Liebe begleitest? Herzliche Willkommen – du bist hier goldrichtig!

Conscious Parenting ist heutzutage Gott sei dank schon in vieler Munde. Jeder macht es ein bisschen anders. In diesem Artikel möchte ich euch die Grundlage von “meinem Conscious Parenting” erzählen.

In diesem Artikel verwendete Abkürzungen:
CP = Conscious Parenting = bewusste Elternschaft
CPC = Conscious Parenting Coaching

Ich bin mit viel Leidenschaft Conscious Parenting Coach. Ich habe in meinem eigenen Leben erfahren, wie viel positive Veränderung ein neuer Blickwinkel, eine „richtige Information“ und ein Frühjahrsputz im Oberstübchen bringen können.

Conscious Parenting hat so viele Aspekte, Schichten und Tiefen, dass es eine Mamutaufgabe ist, es in Worte zu fassen. Dr. Shefali Tsabary ist klinische Psychologin und die Gründerin des Conscious Parenting Coaching Method™ Institutes. In einem Interview hat sie Conscious Parenting so erklärt:

“Conscious Parenting ist eine neue Art des Familienlebens, die das traditionelle Erziehungs-Paradigma auf den Kopf stellt. Früher war es so, dass Erziehung sehr hierarchisch war und, dass sich die Eltern als überlegen sahen. Zusätzlich sehen traditionelle Eltern es als ihre pflichtgemäße Aufgabe an, ihre/e Kind/er zu korrigieren und in ihre Schranken weisen zu müssen.

CPC sieht das anders: wir gehen davon aus, dass die Anwesenheit jedes Kindes in unserem Leben uns zum Wachsen bringt. Denn, nur wenn wir uns selbst auf eine höhere Bewusstseinsebene heben, dann können wir ein anderes menschliches Wesen an das Meistern eines schönen Lebens heranführen. Conscious Parenting befindet sich abseits des Mainstreams und richtet den Fokus radikal vom Kind-korrigieren auf zuerst-uns-Eltern-in-unser-eigenes-Bewusstsein-führen.”

„Conscious Parenting Coaching ist eine neue Art des Familienlebens, die das traditionelle Erziehungs-Paradigma auf den Kopf stellt.“

Das traditionelle Erziehungsparadigma basiert auf sozialen Gegebenheiten und Standards der letzten Jahrhunderte. Strafe, Drohungen, Beschämung und körperliche Züchtigung sind Methoden, die seit damals angewandt werden, um Kinder zum gewünschten Verhalten zu bringen. Der Fokus liegt ausschließlich auf dem Verhalten des Kindes.

Die Hauptaufgabe des Kindes ist es, die „Befehle“ der Erwachsenen aufs Wort und sofort auszuführen.

Wenn wir einen Moment in uns hinein hören, dann wird schnell klar, dass wir andere Wünsche für unsere Kinder haben: der größte der Wünsche ist wahrscheinlich, dass es ihnen in ihrem Leben gut gehen soll. Sie sollen gesund sein. Einen Job haben, der sie erfüllt. Vielleicht wünschen wir ihnen, dass sie einen liebevollen Partner und Kinder haben. Auf vieles haben wir keinen maßgeblichen Einfluss. Aber mit der Art wie wir mit ihnen umgehen können wir ein gutes Fundament bauen.

Traditionelle Erziehungsmethoden schaffen es – meiner Meinung nach – nicht, Kinder zu Erwachsenen heranwachsen zu lassen, die in einem bewegten Leben im 21. Jahrhundert wie ein Fels in der Brandung stehen bleiben.

Außerdem wollen wir gerne, dass unsere Kinder in ihrem Leben Aufblühen können. Sie sollen sich selbst kennen lernen so wie sie sind – denn nur dann können sie Entscheidungen treffen, die ihnen helfen ein Leben zu führen, das zu ihrem angeborenen Potential passt. Wir leben in einer Welt von unendlichen Möglichkeiten – und das ist wunderschön. Wenn Kinder immer nur gelernt haben, auf andere zu hören, dann wird es schwierig Entscheidungen für sich selbst zu treffen.

 

„Früher war es so, dass Erziehung sehr hierarchisch war und, dass sich die Eltern als überlegen sahen.“

Im traditionellen Erziehungsparadigma sollen Kinder folgen und Erwachsene wissen alles besser.

Hier gibt es oft ein Missverständnis: Auch wenn wir Conscious Parenting machen, haben wir als Eltern die Führungsaufgabe. Es ist unsere Verantwortung, dass z.B. ausreichend gesundes Essen gegessen wird. Als CPs stopfen wir unseren Kindern nicht das Gemüse in den Mund, sondern wir versuchen zu verhandeln, geschickt zu sein, auf das Kind einzugehen. Wir sehen den Menschen hinter dem Widerstand. Das Gemüse soll trotzdem gegessen werden 😉

Im Conscious Parenting hören wir unseren Kindern zu. Wir nehmen sie ernst. Wir sprechen mit ihnen. Gleichzeitig bleibt die Entscheidung beim Erwachsenen. Das macht uns nicht überlegen – wir Erwachsene haben ein fertig entwickeltes Gehirn und Weitblick. Wir beschützen unsere Kinder vor gewissen Sachen, auch wenn sie es in dem Moment nicht verstehen.

Hier kommt eine große Verantwortung auf die Eltern zu: es ist ihre Aufgabe, das Kind zu sehen wie-es-ist und für das Wohl des Kindes zu entscheiden und nicht für die Bequemlichkeit des Erwachsenen … denn wir wollen sie auf ein Leben vorbereiten, dass zu ihnen passt und nicht zu uns.

 

“Zusätzlich sehen traditionelle Eltern es als ihre pflichtgemäße Aufgabe an, ihre/e Kind/er zu korrigieren und in ihre Schranken weisen zu müssen.”

Im traditionellen Paradigma sind Strafen, Drohungen und Machtspiele an der Tagesordnung. Oft merken wir schon während wir schimpfen oder schreien, dass wir das gar nicht sagen wollen. Aber wir wissen auch nicht, wie wir damit aufhören können.

Viele Mütter haben mir schon erzählt, dass sie nach einem Streit heimlich weinen, weil es ihnen so leidtut; oder dass sie am Abend nicht einschlafen können, weil es sie so quält, wie grauslich sie sich verhalten haben.

Wir haben so viele Prägungen, die uns soufflieren, wie wir als Mama/Papa sein sollen. Manchmal erscheint es mir, als wären wir Marionetten unserer Vergangenheit.

Eine der Königsdisziplinen im Conscious Parenting ist es, die Prägungen aus der Vergangenheit unter die Lupe zu nehmen. Ziel ist es, dass wir unsere eigene Authentizität wieder ausgraben. Damit wir so agieren, wie es zu uns und unseren Werten passt.

 

“CPC sieht das anders: wir gehen davon aus, dass die Anwesenheit jedes Kindes in unserem Leben uns zum Wachsen bringt.”

Durch unsere Kinder können wir herausfinden, in welchem Lebensbereich wir noch nicht sattelfest sind.

Im Conscious Parenting sprechen wir dann von „Re-Parenting Yourself“. Das ist eine meiner Lieblingsaspekte: nimm das, was dich gerade ärgert und frage dich: „Was kann mir das, was mich stört, darüber sagen, was ich jetzt lernen möchte?“

Das bedeutet nicht, dass wir mit allem was um uns herum passiert, einverstanden sein müssen. Oder, dass wir es mit einem Lächeln im Gesicht geschehen lassen müssen. Es bedeutet nur, dass wir den Fokus darauf legen, wo wir selbst Entwicklungspotential haben.

 

“Denn, nur wenn wir uns selbst auf eine höhere Bewusstseinsebene heben, dann können wir ein anderes menschliches Wesen an das Meistern eines schönen Lebens heranführen.”

Das alte Erziehungsparadigma – oder vielmehr: das alte Gesellschaftsparadigma – hält seinen Fokus auf „mein Haus, mein Auto, mein Boot“. Wenn wir dem alten Paradigma folgen, dann vermitteln wir unseren Kindern, dass diese Werte erstrebenswert sind. Viele Leute verbinden ihren Selbstwert mit den Dingen, die sie sich kaufen können.

Versteht mich bitte nicht falsch: Eine schöne Wohnung, Urlaube am Meer, ein schneller Laptop etc. all das ist wunderschön. Und wir sollen uns daran erfreuen! Es darf nur nicht der Gradmesser unserer Zufriedenheit im Leben sein. Oder die Messlatte, an der ich meinen Erfolg oder meinen Wert als Mensch messe.

Im neuen Paradigma haben wir erkannt, dass es um andere Werte geht. Dass eine höhere Bewusstseinseben das größte Geschenk sein kann. Dass es die größte Befreiung sein kann, wenn wir uns so-wie-wir-sind Platz in unserem Leben geben. Denn nur wenn wir das für uns tun, dann können wir das auch unseren Kindern weitergeben. Monkey see, monkey do.

 

“Conscious Parenting Coaching befindet sich abseits des Mainstreams und richtet den Fokus radikal vom Kind-korrigieren auf zuerst-uns-Eltern-in-unser-eigenes-Bewusstsein-führen.”

CP ist nicht schick – auch wenn verschiedene Varianten gerade in aller Munde sind. CP läuft keinem Trend nach. Das Einzige, das ich gerne einbeziehe, sind neue wissenschaftliche Studien, die mir helfen zu verstehen, wie Menschen ticken und wie die Gehirnentwicklung von Kindern abläuft. Es ist ein wichtiger Baustein der Erziehung zu wissen, was ich wann von einem Kind erwarten kann.

Im Conscious Parenting nehmen wir den Fokus vom Verhalten des Kindes weg und rücken die Eltern in den Mittelpunkt.

Das löst ein bekanntes Dilemma: Die eigene Laune ist abhängig vom Verhalten von anderen.

Wenn wir nur auf das Verhalten des Kindes fokussiert sind, dann ist unsere Zufriedenheit auch davon abhängig, wie/ob das Kind sich verändert. Denn, wenn das Kind sich nicht verändert, dann rutschen wir in die Dynamik des traditionellen Erziehungsparadigmas: die Stimmen im Kopf kommen und sagen uns, wie wir das Kind in die gewünschte Richtung drängen/manipulieren/drücken können. Zur Not mit Liebesentzug, Fernsehverbot oder anderen Dingen, die sie gerne haben.

Im neuen Erziehungsparadigma erkennen wir, dass die Eltern den Rahmen vorgeben, in dem sich die Kinder bewegen. Ergo sind es die Eltern, die sich zuerst verändern müssen.

Veränderung kann viel sein: sich mit den Prägungen der eigenen Vergangenheit beschäftigen, gesellschaftliche Diktate und/oder die eigenen Erwartungen zu hinterfragen, neue Fähigkeiten lernen (z.B. liebevoll und bestimmt Grenzen setzen), sich über Entwicklungspsychologie und Gehirnentwicklung informieren, Unterstützung suchen, Abläufe anders organisieren, Kästen umräumen, etc.

In meinen Worten bedeutet Conscious Parenting, dass …

  • wir bei uns selbst anfangen, bevor wir mit anderen in Interaktion treten.
  • wir vor der eignen Türe zuerst kehren und unsere Kinder so sehen wie-sie-sind.
  • wir miteinander reden und aufeinander eingehen.
  • wir unsere Aufgabe in der (groß-/elterlichen) Führungsposition ernst nehmen.
  • wir keine Schattenspiele der Eitelkeit machen.
  • wir in der echten Realität leben, Dinge sehen wollen so-wie-sie-sind und die Nebelschwaden der Vergangenheit lüften wollen.

Denn nur so können wir unsere eigene authentische Stimme leben UND unsere Kinder (und Partner) so sehen wie-sie-sind UND unsere Kinder in ein Leben begleiten, dass zu ihnen passt.

Alles liebe, Stefanie

PS: Ihr wisst, wie der Online-Hase läuft: Lasst mich in den Kommentaren wissen, wie es dir mit diesem Thema geht und ob dieser Artikel hilfreich für dich ist. Like und teile den Artikel … dann weiß ich, dass dieses Thema für dich interessant ist und kann mehr darüber schreiben.

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